Dramatisches Gedicht in fünf Aufzügen, basierend auf der Erstausgabe von 1779, bearbeitet für die Schule von Diethard Lübke. Die Aussage in Lessings Werk ist klar: Der Dichter appelliert an die Toleranz und Menschlichkeit seiner Zeitgenossen im Zeichen der Aufklärung des 18. Jahrhunderts. Durch die Figur des weisen Nathan wird gezeigt, wie man unabhängig von Religion und Herkunft einfach Mensch sein kann. Nathan lebt in Jerusalem zur Zeit der Kreuzzüge und lehrt seine angenommene Tochter Recha nicht in den Lehren des Judentums oder Christentums, sondern in Menschlichkeit. Diese Sichtweise führt zwangsläufig zu Konflikten, da viele unter dem Deckmantel ihrer Religion überzeugt sind, die einzig wahren Werte zu vertreten. Nathan verdeutlicht seine Ansichten in der berühmten Ringparabel: So wie die drei identischen Ringe nicht unterschieden werden können, lässt sich auch nicht entscheiden, welche Religion – Judentum, Christentum oder Islam – den echten Glauben darstellt. Am Ende...