"Die Schlafende Lüge – Warum wir vergessen woher wir etwas wissen" behandelt den "Sleeper-Effekt" in der Medienpsychologie. Normalerweise sind Nachrichten aus unglaubwürdigen Quellen (z.B. Boulevardpresse oder politische Propaganda) sofort wirkungslos, weil wir der Quelle misstrauen. Doch der Sleeper-Effekt besagt: Mit der Zeit vergisst das Gehirn die Quelle ("Das stand in der Bild"), erinnert sich aber noch an die Botschaft. Die unglaubwürdige Nachricht wird plötzlich glaubwürdig, weil der "Warnhinweis" im Gedächtnis gelöscht wurde. Medienexperte Julian Funk erklärt, wie Populisten und Werber diesen Mechanismus nutzen. Sie pflanzen Behauptungen, wohlwissend, dass sie heute dementiert werden, aber in drei Monaten als "gefühltes Wissen" in den Köpfen verankert sind. "Die Schlafende Lüge" ist ein Handbuch zur geistigen Selbstverteidigung. Es zeigt, warum Fakten-Checks oft zu spät kommen und dass unser Gedächtnis Inhalte von ihrer Herkunft trennt, was uns anfällig für Manipulation macht, je mehr Zeit vergeht.