Dieses Werk bietet eine der frühesten systematischen Darstellungen der intertribalen Zeichensprache nordamerikanischer Indigener. Mallery katalogisiert Hunderte Gesten mit Bedeutungsfeldern und regionalen Varianten, ergänzt Vokabularlisten, Dialogbeispiele und Abbildungen. Im Kontext der frühen ethnologischen Semiotik des Bureau of American Ethnology verortet er die Zeichenrede als Lingua franca der Plains und diskutiert Ikonizität, Konventionalisierung und Sequenzierung. Garrick Mallery (1831–1894), ehemaliger Offizier und später Ethnologe am Smithsonian/Bureau of American Ethnology, verband Grenzerfahrungen mit Feldforschung auf den Plains. Sein parallel betriebenes Studium der Bilderschrift führte zu einem breit angelegten Interesse an nichtlautlicher Kommunikation und vermeintlichen Universalien. Aus Sorge vor Verlust dokumentierte er in rettungs-ethnographischer Manier mit indigenen Gewährsleuten; trotz evolutionistischer Prämissen zeugen seine Protokolle von genauer, respektvoller Beobachtung. Für Anthropologie, Linguistik und Indigenous Studies bietet das Buch eine unverzichtbare Primärquelle zur Grammatik, Pragmatik und sozialen Funktion der Plains Sign Talk. Es eignet sich zur historischen Kontextualisierung wie für Debatten über Multimodalität und Sprachkontakt. Wer es kritisch und mit zeitgenössischer indigener Forschung liest, gewinnt präzise, belastbare Einblicke in ein komplexes, hochfunktionales Zeichensystem. Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar – destilliert, niemals verwässert. Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.